Das Wort Anthropozänografie ist ein Kofferwort und setzt sich aus Anthropozän (dem Zeitalter, in dem der Mensch die Erde prägt) und Fotografie zusammen.

Die Anthropozänografie bezeichnet die fotografische Dokumentation und künstlerische Untersuchung des menschlichen Einflusses auf das Erdsystem. Sie fokussiert sich auf die Visualisierung der tiefgreifenden Spuren, die das „Zeitalter des Menschen“ (Anthropozän) in der Geologie, Ökologie und Landschaft hinterlässt. Im Gegensatz zur klassischen Naturfotografie zeigt sie nicht die unberührte Welt, sondern das „neue Normal“: von technogenen Landschaften über Plastik-Sedimente bis hin zu den sichtbaren Folgen des Klimawandels.

Einerseits ist es die Dokumentation des Wandels. Eine Form der Fotografie, die sich explizit mit den sichtbaren Spuren des Menschen auf dem Planeten befasst (z. B. Industriestätten, Urbanisierung oder Klimawandel). Andererseits sind es Bilder, die das Verhältnis zwischen Menschheit und Natur im aktuellen Erdzeitalter kritisch hinterfragen.

Anthropozänografie: Das Protokoll der Verwüstung

Wir fotografieren nicht die Welt, wie sie sein sollte, sondern die Narben, die wir ihr schlagen.

Die Anthropozänografie ist die künstlerische Sektion eines sterbenden Ideals. Wo die klassische Fotografie noch in der Illusion unberührter Wildnis schwelgt, dokumentieren wir das „neue Normal“: die radikale Dominanz des Menschen über das Erdsystem. Wir richten die Linse dorthin, wo es wehtut.

Unsere Bilder sind visuelle Beweisstücke einer schleichenden Katastrophe. Wir kuratieren das Gesicht der Erde, gezeichnet durch technogene Ödnisse, die unnatürliche Ästhetik von Plastik-Sedimenten und die unübersehbaren Ruinen, die der Klimawandel hinterlässt. Es ist die Ästhetik des Zerfalls, die wir als mahnendes Gesamtkunstwerk inszenieren.

Dies ist keine Huldigung, sondern eine radikale Untersuchung. Eine Spurensuche, die das toxische Verhältnis zwischen Menschheit und Natur schonungslos offenlegt und die Zerstörung unseres Planeten in ihrer ganzen Wucht sichtbar macht.

Die Anthropozänografie ist der Blick in den Abgrund, den wir selbst gegraben haben.